Sonntagslektüre: Made In Japan

Sonntagslektüre: Made In Japan

Dass Hokkaido und Honshu die größten Schneemengen und den besten Powder der Welt haben, hat sich langsam herumgesprochen und die Ski-Resorts dort zu Traumzielen jedes Snowboarders gemacht. Doch wer plant einen Surftrip nach Japan? Europäer zumindest eher selten. So ist Japans Surfszene noch immer ein gut gehütetes Geheimnis, mit unzähligen Spots für alle Skill-Level.

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Dieser Artikel erschien im Blue Yearbook #24. Gedruckt lesen sich solche Storys immer noch am besten. Alle Yearbooks kannst du ganz bequem in unserem Online Shop kaufen.

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Denkt man an Japan, dann kommen einem meist Bilder von gigantischen Metropolen, anonymen Megacities und deren gestressten Einwohnern in den Sinn. Doch das ist nur eine Seite dieses unfassbar widersprüchlichen Landes. Denn jenseits der Städte erwartet den Besucher in Japan eine atemberaubende Natur. Schneereiche Berge und 35.000 Kilometer Küstenlinie machen den Inselstaat zu einem Paradies für Boardrider aller Art. Entgegen der landläufigen Meinung sind Japans Küstenregionen mit Spots gepflastert. Von der nördlichsten Insel Hokkaido bis zu den tropischen Küsten von Okinawa bietet die Topographie des Landes eine große Auswahl an Breaks.

Hiroto Ohhara tief in der Tube. Hiroto ist einer der Stars der japanischen Surfszene. Bei den Olympischen Spielen flog er erst im Viertelfinale gegen Italo Ferreira raus.

Machen sich westliche Surfer auf die Reise nach Japan, dann meist nach Chiba, Niijima und zu den Flussmündungen Zentraljapans, wo konstante Wellen und unberührte Strände warten. Doch jenseits der bekannten Hotspots gibt es unzählige versteckte Perlen an entlegenen Küstenabschnitten, abseits der Hektik des Stadtlebens. Und Japans Surfszene ist riesig: Trotz der relativ geringen Größe des Landes besteht die Community mittlerweile geschätzt aus einer Million Menschen, die die Wellen shredden. Surfen ist tief in der japanischen Kultur verankert, und entlang der Küste entstehen immer mehr Surfschulen, Surfclubs und Events.

JAPANISCHE LEGENDEN

Tatsächlich sind die genauen Ursprünge des Surfens in Japan nicht gut dokumentiert. Es wird jedoch angenommen, dass das Wellenreiten von dort stationierten amerikanischen Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt wurde.

Legendäre Surfer wie Misao Tako, Hiro Aoyama und Miki Kawaii mieteten sich zunächst die Boards der amerikanischen Soldaten und kauften sie ihnen später ab. Das war in den 1960er Jahren, der Ära, die den Beginn einer wachsenden Surfkultur in Japan markierte. Immer mehr Japaner entdeckten das Surfen als Way-of-Life. Hier ist es wichtig, zu betonen, dass der Einfluss amerikanischer Soldaten zwar eine wichtige Rolle spielte, der Sport sich jedoch schnell durchsetzte und sich zu einer eigenen japanischen Surfkultur entwickelte.

Ich hatte das Vergnügen, mit Misao Tako, liebevoll Tako San genannt, einem der Pioniere Japans, zu surfen und zu fotografieren. Mit 70 Jahren zeigt Tako San keine Anzeichen der Entschleunigung. Er ist der Erste, der morgens am Strand ankommt, und der Letzte, der ihn verlässt er verkörpert den Stoke wie kein anderer. Tako San findet man oft am berühmten Shidashita Beach, dem offiziellen Surfspot der Olympischen Spiele. Ist er nicht im Wasser, dann shapt er Boards für seine Freunde und Stammkunden.

LINKS: Shota Nakamura ist eine Freesurf-Legende in Japan. Doch um seine Karriere als Maler voranzubringen lebt und arbeitet Shota mittlerweile in Berlin. | RECHTS: Takuya Yoshikawa, genialer Shaper, auf dessen handgemachte Boards Kunden aus der ganzen Welt monatelang warten. 

Die Entwicklung des Shapens erlebt in Japan in den letzten Jahren einen krassen Boom. Die Locals kauften ja zunächst die Boards der US-Marines. Doch damit gaben sie sich nicht zufrieden. In typisch japanischer Manier zerlegten sie diese und entwickelten bald selbst eine eigene Surfboard-Industrie, die mittlerweile weltweit für ihre hochwertige Handwerkskunst respektiert wird.

Unter den vielen talentierten Shapern sticht Takuya „Tappy“ Yoshikawa hervor, der seit über 25 Jahren Bretter baut. In dieser Zeit hat Tappy seine Skills immer weiter verfeinert. Mittlerweile shapt er alle möglichen Designs: Longboards, Shortboards, Midlengths und Fishes. Was Tappy auszeichnet, ist sein Perfektionismus beim Handshapen. Jedes seiner Bretter ist ein Unikat. Tappys Boards sind mehr als reine Surfausrüstung – es sind Kunstwerke, die seinen eigenen unverwechselbaren Stil widerspiegeln. Jedes Board zeigt Tappys Liebe zum Detail und seine Hingabe bei der Herstellung von Boards, die nicht nur gut funktionieren, sondern auch umwerfend aussehen. Es ist kein Wunder, dass Tappy eine lange Warteliste an Kunden hat, die aus den USA,  Australien, Korea, Indonesien oder auch Frankreich kommen. In einer Welt, in der Massenproduktion und Automatisierung zur Norm geworden sind, sind Tappys Kreationen ein Beweis für den dauerhaften Wert traditioneller Handwerkskunst. Jedes Board steht für die vielfältige Surfkultur in Japan.

Kenji Kono in seiner Shaping Bay in Chiba.

NEOPREN

Geht es um den besten Surfstuff, dann landet man schnell beim sagenumwobenen japanischen Neopren. Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Pros die Neos ihrer Sponsoren in Japan maßschneidern lassen. Ein bemerkenswertes Beispiel ist John John Florence, der auf der offiziellen Seite seiner eigenen Company Florence Marine erklärt, dass seine in Japan hergestellten Neoprenanzüge im Vergleich alle anderen Brands schlagen.

Ein besonderer Aspekt der in Japan verkauften Neos ist die Möglichkeit der vollständigen Individualisierung. Genau wie bei einem Maßanzug können Kunden ihre Neoprenanzüge speziell auf ihre Körpermaße zuschneiden lassen. Die verwendeten Stoffe und Materialien werden sorgfältig von Hand zugeschnitten und zusammengesetzt, um eine perfekte Passform zu gewährleisten. Diese spezielle Handwerkskunst, kombiniert mit der Verwendung von flexiblerem Gummi, führt zu höheren Kosten im Vergleich zu den Produkten, die in Surfshops in den Vereinigten Staaten, Australien und Europa erhältlich sind. Ein komplett maßgeschneiderter 3/2er liegt zwischen 400 und 600 Euro, während ein Winterneo zwischen 700 und 1000 Euro kosten kann.

SURFSHOPS UND SURFCLUBS

In Japan gibt es Surfshops in Hülle und Fülle, vor allem in der Nähe der populären Spots. Ein gutes Beispiel ist die Stadt Ichinomiya, wo das Surfen während der Spiele in Tokio 2021 sein olympisches Debüt feier- te. Hier gibt es den Sequence Surfshop, ein ikonischer Laden in der Region, den Junji Tomizawa leitet, zusammen mit Yuki Tako, der auch als Surflehrer fungiert.

Im Shop findet man eine große Auswahl an Boards und Stuff, den du in deinem Local-Surfshop um die Ecke wahrscheinlich nicht finden wirst: zum Beispiel Waschmittel für Neoprenanzüge oder tragbare Duschen. Yuki erklärte, dass Surfshops in Japan nicht nur Hardware anbieten, sondern auch eine clubähnliche Atmosphäre. Hier kann man abhängen, manche haben abgesperrte Badebuchten, Parkplätze und Surfkurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Darüber hinaus versorgen sie Kunden mit Forecasts und Tipps das ganze Service-Paket, damit sich die werte Kundschaft auch wie zu Hause fühlt.

Ja, das ist Japan. Big-Wave-Spot ‚Shot Gun‘ an einem fetten Tag.

Yuki erwähnte auch, dass die Zahl der Kunden stetig steigt, seit Surfen zu einer olympischen Sportart geworden ist. Die Nachfrage nach Kursen ist riesig, selbst in den Wintermonaten. Für eine bessere Schulung begann Yuki, seine Schüler während ihrer Sessions zu filmen, was zu einer Partnerschaft mit GoPro führte. Heute ist er einer der Botschafter des Unternehmens in Japan.

Laut Junji Tomizawa hat sich die Wahrnehmung des Wellenreitens in den letzten Jahren deutlich verändert. Früher galt Surfen als Sport für Drop-Outs, die einen unbeschwerten Lebensstil suchen. Heute wird es völlig anders wahrgenommen leistungsorientierter. Mittlerweile surfen viele Geschäftsleute, und Kinder träumen davon, der nächste Kanoa Igarashi zu werden. Dieser Wandel hat wesentlich zur Entwicklung des Sports und damit zu höheren Umsätzen beigetragen.

Der Chef, Mister Tomizawa, arbeitet seit über 30 Jahren für Murasaki Sports, die größte Kette von Actionsport-Shops in Japan. Derzeit gibt es in ganz Japan über 130 Murasaki-Sports-Filialen, und Tomizawa sieht durchaus Potenzial für eine weitere Expansion. Während andere Surfshops in Japan in Größe und Style variieren, haben die Filialen der Kette alle eine ähnliche Struktur, die einem Beachclub ähnelt.

Sie ist die japanische Caity Simmers: Shino Matsuda wird man eines Tages auf der Worldtour sehen. Hier rippt sie Rocky Point, O’ahu.

SURF ARTIST KEI OTSUKA

Kei Otsuka, ein gebürtiger Hokkaido, begann seine künstlerische Reise nach dem verheerenden Erdbeben in Fukushima im Jahr 2011. Nachdem er seine Karriere als Fußballprofi mit Engagements in Argentinien und in der 1. Japanischen Liga beendet hatte, zog Kei von Hokkaido in die Region Kanto in der Präfektur Saitama. In dieser Zeit entdeckte er seine Liebe zum Surfen. Kürzlich traf Kei die Entscheidung, mit seiner Familie in die Stadt Isumi ans Meer zu ziehen. Inspiriert von seiner neu entdeckten Verbindung zum Ozean, begann Kei zu malen. Obwohl er keine formale künstlerische Ausbildung hatte, entschied er sich für die Arbeit mit Acrylfarben, da sie einfacher zu handhaben sind. Was als Hobby begann, entwickelte sich schnell zu einer Vollzeitbeschäftigung. Mit seinen Gemälden fängt Kei die Essenz des Surfens ein, die Freiheit, die der Ritt auf den Wellen mit sich bringt. Während Kei seinen künstlerischen Stil weiterentwickelt und neue Techniken erforscht, hat seine Arbeit sowohl in der Surf- als auch in der Kunstszene Aufmerksamkeit und Bewunderung erregt. Seine besondere Lebensgeschichte als ehemaliger Profisportler, der zum Künstler wurde, verleiht seinen Werken eine frische und dynamische Energie. Kei Otsukas Weg vom Fußballspieler über den Surfer zum Künstler ist ein Beweis für die transformative Kraft, die freigesetzt wird, wenn man seinen Leidenschaften folgt.

SURFSPOTS IN JAPAN

Mit über 35.000 Kilometern Küste verfügt Japan über eine Fülle an Surfspots, die nur darauf warten, erkundet zu werden. Jedes Jahr werden neue Wellen entdeckt (oder zumindest publik gemacht). Japans Geschichte des Protektionismus, die bis vor Kurzem vorherrschte, hat auch die Surfer-Community durchdrungen. Trotz (oder gerade wegen) der wachsenden Beliebtheit des Surfens, ist Localism weit verbreitet.

Um Zugang zu den exklusiveren Spots zu erhalten, müssen Beziehungen aufgebaut und das Vertrauen der Einheimischen gewonnen werden. Als jemand, der seit über 20 Jahren in Japan lebt, habe ich viel Zeit gebraucht, um die Feinheiten des Landes zu verstehen und um von der Surf-Community akzeptiert zu werden. Schließlich hatte ich das Privileg, einige der schönsten Wellen des Landes zu fotografieren, von den nördlichsten Regionen bis zu den südlichsten Küsten. Obwohl ich einige meiner Lieblingsspots aus meinen zwei Jahrzehnten in Japan ausgewählt habe, muss ich mich zurückhalten, bestimmte Namen und Orte preiszugeben, um das Vertrauen zu wahren, das mir die einheimischen Surfer entgegenbringen.

SHIDASHITA, DER STRAND DER OLYMPISCHEN SPIELE

Der Strand von Shida ist bekannt für seine außergewöhnlich guten Sandbänke und perfekten Wellen, was ihn zu einem der besten Surfspots in Japan macht. Von hier kamen einige der größten japanischen Talente, etwa Hiroto Ohhara, der US-Open-Sieger von 2015 und Teilnehmer der Olympischen Spiele von Tokio, sowie Reo Inaba, der sich zusammen mit Kanoa Igarashi und Shino Matsuda gerade qualifiziert hat, Japan bei den bevorstehenden Olympischen Spielen in Paris zu vertreten. Andere berühmte Pros wie Connor O’Leary, der ebenfalls unter japanischer Flagge surft, die dreifache Junioren-Weltmeisterin Mahina Maeda und Amuro Tsuzuki, Bronzemedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen in Tokio, sieht man hier ebenfalls häufig im Wasser.

Bei den 21er Olympics zeigte sich Shida leider von seiner mickrigen Seite, doch normalerweise sind die Wellen schnell und powervoll, an guten Tagen findet man hier fette Barrels. Und in diesen Barrels steht dann mit großer Wahrscheinlichkeit Local-Legende Shota Nakamura, der sich schon in jungen Jahren dazu entschloss, das Wettkampfsurfen aufzugeben, um sich ausschließlich auf die Jagd nach den Tubes vor seiner Haustür zu konzentrieren.

TAITO BEACH DAS LONGBOARD-PARADIES

Taito und sein Nachbarstrand Shidashita sind nur durch eine Mole getrennt. Während Shidashita für seine anspruchsvolleren Wellen bekannt ist, bietet Taito familienfreundliche Peaks. Doch trotz der viel geringeren Power als sein Nachbarspot liefert Taito meist eine lange rechte Welle, die eine große Anzahl von Longboardern aus Japan und dem Ausland anzieht. An Tagen mit guten Wellen kann es in Taito ziemlich voll werden. Unter den vielen talentierten Longboardern dort stechen Tetsu Ogawa und Yuki hervor, die stets die besten Wellen erwischen.

CHIBA OUTER REEFS

Im südlichen Teil der Präfektur Chiba gibt es mehrere bekannte Outer Reefs, die bei Surfern in Japan einen legendären Ruf haben. Eine der bekanntesten Wellen ist Shot Gun, eine kraftvolle Slab, die zuerst vom legendären Surfer Misao Tako entdeckt und später, Anfang der 2000er Jahre, von Kelly Slater gesurft wurde. Mittlerweile sind es vor allem Freesurfer Shota Nakamura, Shunsuke Ezawa, der Besitzer des Koa Surf Shops, und einige ihrer Freunde, die die Suche nach neuen Wellen in der Gegend vorantreiben.

Zu den herausragenden Entdeckungen gehört Senor, ein Big-Wa- ve-Spot direkt vor der Küste. Der Zugang zu dieser Welle ist schwierig, was ihren Reiz noch erhöht. Darüber hinaus gibt es in der Region noch andere unbenannte Wellen, die innerhalb der eng verbundenen Crew im Süden Chibas ein gut gehütetes Geheimnis bleiben. Die genauen Standorte dieser Spots werden streng geheim gehalten, was ihre Mystik und Anziehungskraft noch verstärkt.

Arashi Kato in Chiba.

NIIJIMA/ TOKIO-INSELN

Niijima, eine der Inseln in der Nähe von Tokio, zeichnet sich durch atemberaubend blaues Wasser und unberührten weißen Sand aus. Auch wenn Niijima selten perfekte Wellen hat, verwandelt es sich bei großem Swell in einen der besten Beachbreaks Japans. Der Localism ist auf der Insel nicht so aggressiv, da Niijima aufgrund der Insellage nur mit dem Boot oder dem Flugzeug erreicht werden kann, was natürlich die Anzahl der Surfer begrenzt.

ZENTRALJAPAN

Zentraljapan gilt weithin als die beste Surf-Region des Landes, die Wellenqualität ist hier sehr hoch. Ein besonderes Highlight dieser Gegend sind die berühmten River Mouths, wo sich während der Taifunsaison die Wellen in perfekten Barrels à la Mundaka die Sandzunge entlangschälen, allerdings mit deutlich weniger Menschen. Diese 10‑Sekunden-Tubes müssen den Vergleich mit Weltklassewellen in Indo nicht scheuen!

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Flussmündungen von der örtlichen Gemeinde stark geschützt werden. Berichten zufolge wurden Dämme errichtet, um den Zugang für Surfer und abenteuerlustige Fotografen zu beschränken.

Diese Spots können aufgrund der starken Strömung des Flusses tückisch sein, insbesondere bei starkem Regen. Angrenzende Gebiete verwandeln sich oft in riesige Beachbreaks, die an die beeindruckenden Wellen des Waimea Bay Shorebreaks auf Hawaii erinnern. Die Kombination aus den mächtigen Wellen der Flussmündungen und den sie umgebenden gefährlichen Strömungen macht diese Region zu einem anspruchsvollen Ziel für erfahrene Surfer, die ein adrenalingeladenes Abenteuer suchen.

OKINAWA

Die im Süden Japans gelegene Region Okinawa ist ein atemberaubendes Reiseziel, das für seine unberührten Strände und das kristallklare blaue Wasser bekannt ist. Historisch gesehen waren die Inseln Okinawas von verschiedenen Nationen der Region hart umkämpft, bevor sie Teil des japanischen Territoriums wurden. Heutzutage zieht Okinawa viele Besucher an, darunter eine beträchtliche Anzahl von Amerikanern, die in den Streitkräften dienen oder auf den über die Inseln verstreuten Militärstützpunkten der Vereinigten Staaten arbeiten.

Auch wenn es auf Okinawa vielleicht nicht so viele Surfer gibt wie auf dem japanischen Festland, ist die Szene dennoch sehr aktiv und engagiert. Mit zahlreichen Surfspots, die es zu erkunden gibt, viele davon über Korallenriffen, bietet Okinawa ein einzigartiges Abenteuer. Aller

dings ist die Küste oft zerklüftet und schwierig zu erreichen. Dies kann es für travelnde Surfer schwierig machen, die besten Wellen der Gegend zu finden. Ein bemerkenswerter Surfer in Okinawa ist Hayato Maki, der nach dem verheerenden Erdbeben in Fukushima 2011 von Chiba hierher zog. Hayato ist nicht nur ein krasser Surfer, sondern auch ein begeisterter Taucher und Fischer. Er nutzt die natürliche Schönheit Okinawas voll aus und kombiniert seine Leidenschaften für Surfen und Unterwasserfischen in dieser malerischen Region.

DAS JAPANISCHE MEER

Das Japanische Meer ist ohne Zweifel der geheimnisvollste Teil Japans. Es liegt gegenüber dem Pazifischen Ozean und ist schwer zugänglich. In dieser Region gibt es praktisch keine Surf-Community, denn die beste Saison ist der Winter bei sehr niedrigen Temperaturen. Ein weiterer Aspekt, der dazu beiträgt, dass das Japanische Meer kaum erforscht ist, ist, dass die Wellen selbst an Tagen mit großem Swell schnell verschwinden können. Es kommt sehr häufig vor, dass man morgens 2-Meter-Wellen erwischt und es nachmittags völlig flat ist. Aufgrund der mangelnden Konstanz und der Entfernung zu großen Städten ist es selbst unter japanischen Surfern ein nicht sehr begehrtes Reiseziel. Doch die Reise kann sich lohnen: Du kannst hier die Welle deines Lebens catchen und das nur mit deinen Freunden im Wasser.

Classic! Der Blick auf den Fuji vom Susuki Beach.

DIE ALTERNATIVE-CRAFT-SZENE

Japan hat ein starkes Interesse an Longboarding und alternativen Boards entwickelt, wobei Taito Beach der Anlaufpunkt dieser Szene ist. Die Beliebtheit dieser Boards ist jedoch in ganz Japan zu beobachten. Zu den bemerkenswerten Persönlichkeiten der Longboard-Szene zählen David Kinoshita und Tetsu Ogawa. Unter den Surferinnen haben sich Hiroka Yoshikawa und Natsumi Taoka als mehrfache nationale Meisterinnen einen Namen gemacht. Japans Ruf als Reiseziel für Longboarder hat auch eine beträchtliche Anzahl internationaler Besucher angezogen, die hierher kommen, um die perfekten Log-Bedingungen zu genießen und mit der lebendigen Longboard-Community des Landes in Kontakt zu treten.

FAZIT

Surfen in Japan ist so vielfältig wie das Land selbst. Obwohl Japan vielleicht noch nicht so ein Synonym für Surfen ist wie Kalifornien, Australien oder Hawaii, bietet es einen ganz eigenen Charme. Die Suche nach den besten Wellen Japans steckt voller Abenteuer, es gibt noch immer kaum erforschte Ecken. Dieses Gefühl des Erkundens und Entdeckens ist Teil dessen, was das Surfen in Japan so besonders macht.

So wie Japan für seine einzigartige Kultur, Traditionen und Naturschönheit bekannt ist, so besitzen auch seine Surfspots ihren ganz eigenen Charakter. Von den zerklüfteten Küsten Hokkaidos bis zum tropischen Paradies von Okinawa bietet Japan eine vielfältige Auswahl an Surfspots, die unterschiedlichen Könnensstufen und Vorlieben gerecht werden. Ganz gleich, ob man auf der Suche nach kraftvollen Tubes oder langen Points ist oder einfach nur eine ruhige Surfsession in entspannten Bedingungen sucht, Japan hat für jeden Surfer etwas zu bieten. Bei einem Surftrip in Japan geht es nicht nur ums Wellenreiten. Es geht darum, in die reiche Vielfalt des Landes einzutauchen. Es geht darum, die herzliche Gastfreundschaft der örtlichen Surf-Community zu erleben, die atemberaubenden Landschaften zu erkunden und die einzigartige Mischung aus Tradition und Moderne zu erleben, die Japan verkörpert.

Credits

Fotos und Text: Pedro Gomes