Text: Melanie Schönthier | Fotos: Björn Lob & Flohagena.de
„Halt, stehen bleiben!“, hört Markus Knörringer hinter sich eine Stimme. Unter dem Arm ein Surfbrett, dreht sich Markus um und sieht, wie ein Polizist mit einer Pistole auf seinen Freund Carsten zielt, der gerade im Dickicht des Englischen Gartens in München verschwindet. Markus hat nicht so viel Glück und wird kurz darauf in Handschellen abgeführt. Auf der Wache muss er 400 Mark Bußgeld zahlen, sein Surfbrett sieht er nie wieder.
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Dieser Artikel erschien im BLUE Yearbook 2008, eine Ausgabe, die mittlerweile ausverkauft ist. Andere Yearbooks der vergangenen Jahre kannst du dir in unserem Shop allerdings noch bestellen. Zu unseren Yearbooks geht es hier.
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„Der Keller der Polizei sah aus wie ein Surfshop, da standen unzählige Boards“, erinnert sich Markus, der heute Ende 30 ist, aber immer noch fast täglich surft. „Erwischt wurden wir Surfer aber nur selten, meistens stand oben auf der Brücke jemand Schmiere und warnte uns, wenn die Polizeiautos anrückten.“ Knapp 15 Jahre ist das her, heute haben sich die Zeiten glücklicherweise geändert. Zwar parken immer noch regelmäßig Polizeiautos neben der stehenden Welle im Eisbach, aber die bayerischen Ordnungshüter sehen den Surfern mittlerweile lieber zu, als sie durch die Stadt zu jagen.
Der Eisbach und seine Surfer sind über die Jahre zu einem Wahrzeichen Münchens geworden und mittlerweile weltbekannt. In keinem Stadtführer fehlt der Hinweis auf diese einzigartige Attraktion inmitten der City, Touristen kämpfen im Sommer um die besten Plätze auf der Brücke oberhalb der Welle und so mancher waschechter Surfer aus Hawaii oder Kalifornien traut seinen Augen nicht, wenn er auf seiner Europareise eine Welle entdeckt, wo doch die nächste Küste hunderte von Kilometern entfernt ist.
Direkt hinter dem Haus der Kunst tritt der Eisbach an die Oberfläche. Hier, am Eingang des Englischen Gartens, schießt das Wasser mit hoher Geschwindigkeit aus einem unterirdischen Tunnelsystem, trifft auf eine Steilstufe aus Beton und wird so abrupt abgebremst, dass sich eine etwa zehn Meter breite und hüfthohe Welle bildet, die fast das ganze Jahr über perfekte Surfbedingungen bietet. Tausende haben sich schon am Eisbach versucht, viele haben gleich wieder aufgeben, manche sind geblieben und für einige ist er zu einer Sucht geworden. Wie viele Fluss-Surfer es heute in München gibt? Manche sagen 200, andere 800. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte.

Die Anfänge des Surfens am Eisbach: Beim „Brettlsurfen“ auf einer alten „Klotür“ wurde ein Seil an der Brücke über dem Eisbach befestigt und die Welle im „Wakeboard-Style“ gesurft. Fotos: Xandi Kreuzeder
Angefangen hat alles mit zwei Brüdern aus Bayern. Arthur und Alexander Pauli surften bereits Mitte der 60er Jahre auf einem Fluss hinter dem Haus ihrer Eltern. Die Boards: Marke Eigenbau, aus Sperrholz, Glasfasermatten und Polyesterharz. Als die beiden ein paar Jahre später nach München ziehen, entdecken sie die Floßlände im Münchner Süden. Hier, wo im Sommer riesige Flöße beladen mit Touristen, Bierfässern und Blasmusikkapellen über eine Art Holzrutsche gleiten, türmt sich eine etwa einen Meter hohe Welle auf. Schnell spricht sich die neue Attraktion herum und als 1975 die ersten „Bavarian Open“ organisiert werden, kommen hunderte begeisterter Zuschauer. Riversurfen ist geboren. Aber es sollte noch ein paar Jahre dauern, bis die ersten Surfer den Eisbach für sich entdecken. Einer von ihnen ist Steffen Diettrich, der Anfang der 80er für zwei Jahre in Spanien wohnt, dort mit dem Wellenreiten beginnt und zurück in München nach einer Alternative sucht. Zwei Sommer lang wohnt Steffen in seinem Bus auf dem Parkplatz direkt neben der Welle und surft jeden Tag. „Mein erstes Brett war aus Holz, etwa einen Meter lang und vorne ein wenig aufgebogen. Die Finnen habe ich mit Gummistöpseln versehen, damit man sich nicht verletzten kann“, erzählt Steffen, der heute als Reisejournalist und Fotograf arbeitet. „Da wir damals noch ein Seil benutzten, war es eher eine Mischung aus Wellenreiten und Wasserskifahren.“ Das ändert sich 1986, erinnert sich Steffen: „Irgendwann brachte jemand ein richtiges Surfbrett mit und versuchte, ohne Seil von der einen zur anderen Seite zu fahren. Es funktionierte und innerhalb weniger Wochen war es verpönt, das Seil zu benutzen.“
Die neue Art, die Welle zu surfen, bringt jedoch ein Problem mit sich: In München gibt es keine Surfbretter zu kaufen und schon bald stoßen die Surfer mit ihren selbst gebastelten Modellen aus Sperrholz oder Styropor am Eisbach an ihre Grenzen. Bernd Gernot gehört damals auch zu den ersten Surfern: „Manche brachten Boards aus dem Frankreich-Urlaub mit, aber die schienen auf der schnellen Eisbach-Welle nicht richtig zu funktionieren.“ Doch dann eröffnen die ersten Surfshops und der Südafrikaner Collin Petterson, der damals in München wohnte, shapte sogar spezielle Eisbach-Boards. „Etwas breiter und dicker, waren sie einfach perfekt für den Eisbach geeignet“, erzählt Bernd. Auch Didi Wallauer, der den Surfshop ‚Blue Wave’ eröffnete, versorgte die Münchner Surfer mit Boards. „Heute sind sie eine echte Rarität, denn seit Jahren hat Didi kein Brett mehr geshapt“, so Bernd. „Ich habe immer noch drei ‚Wallauer’ und bin sehr stolz darauf. Die werde ich auch für kein Geld der Welt verkaufen.“

Oben Links: Flo Kummer stürzt sich furchtlos in eine französische schäumende Walze. Unten Links: Gerry Schlegel beim Ritt auf einer der größten Flusswellen, die ein Riversurfer jemals be- zwungen hat. Frankreich 2007. Rechts: Gerry rockt die Gezeitenwelle Skookumchuck in Kanada, eine der gefährlichsten „stehenden Wellen“ der Welt. Hinter der Welle lauern tückische Strudel, die dich blitzschnell nach unten ziehen. Einige Kajakfahrer mussten dies schon mit dem Leben bezahlen. Fotos: Björn Lob
Ein kleiner, hellblonder Teenager taucht damals täglich entweder am Eisbach oder in einem der Surfshops auf - Quirin Rohleder. Damals ahnte er noch nicht, einmal der Begründer der New-School-Szene am Eisbach zu werden. „Früher war es schon cool, wenn man sich lange auf der Welle halten konnte. Manche standen sogar parallel, wie auf Skiern, auf dem Brett“, erzählt Bernd. „Aber Quirin sprang die ersten Airs am Eisbach, stand als Erster gesprungene 360s und hat Moves wie Slashs und Cutbacks perfektioniert.“ Mittlerweile wohnt Quirin schon längst nicht mehr in München, sondern pendelt zwischen Kapstadt und Hossegor und die Tricks von damals sind heute fast schon Standard am Eisbach. Dafür sorgen jetzt andere Surfer dafür, dass die Entwicklung des Riversurfens nicht stagniert:
Leute wie Florian Kummer, der Skateboard-Tricks wie Ollies und Pop ShoveIts auf das Surfen überträgt, Gerry Schlegl, dessen extreme Cutbacks so manchem ASP-Pro das Wasser reichen können, oder Matthias Ramoser, der scheinbar schwerelos über sein Malibu trippelt und mit Hang Tens das klassische Longboarden auf eine Welle überträgt, die kaum breiter als sein Surfbrett lang ist. Die Zahl der Surfer ist über die Jahre zwar stetig gestiegen und an einem schönen Sommerabend stehen oft bis zu 30 Leute an, aber eines hat sich nicht verändert: Leicht ist das Surfen am Eisbach nicht. „Wir hatten schon einige Weltklasse-Surfer wie Gerry Lopez, Conan Hayes oder Ross Clarke-Jones hier, aber fast alle beißen sich am Anfang die Zähne aus“, erzählt Markus Knörringer lachend. „Die Eisbach-Welle ist zwar nicht sehr groß, aber ist mit der Kraft und Geschwindigkeit einer 3-Meter-Tube im Meer vergleichbar. Man bezahlt jeden Fehler sofort. Die Pros können zwar nach ein paar Tagen auf der Welle surfen, erreichen aber auch nicht gleich das Niveau der besten Locals.“
Das muss Big-Wave-Surfer Ross Clarke-Jones am eigenen Leib erfahren, als er im Sommer 2006 München besucht, sich ein Brett von einem Local ausleiht und in die Welle springt. Nicht einmal den Bruchteil einer Sekunde kann er sich halten. Nach einer halben Stunde schafft er einen zaghaften Turn, dann muss er weiter zu einem PR-Termin seines Sponsors. „Das ist etwas völlig anderes, als im Meer zu surfen, und gar nicht so einfach, wie es aussieht”, meinte der Australier lachend. „Ich habe großen Respekt vor den Locals!” Pros wie Ross haben dennoch einen Vorteil: Sie werden nicht gleich wieder weggeschickt wie die meisten Anfänger. „Zuerst Erfahrungen an der sanften Welle an der Floßlände sammeln, denn auf einem Fluss zu surfen, ist etwas komplett anderes als im Meer!“, so Markus, der durch seinen Beruf als Arzt auch schon die eine oder andere Platzwunde von Eisbach-Surfern nähen musste, die mit ihrem Surfbrett oder einem der Betonblöcke am Grund des Eisbachs in Berührung gekommen sind. Viele werfen den Surfern vom Eisbach Localism vor, aber diese sehen es eher als Selbstschutz. „Als die ersten Zeitungen positiv über uns berichteten, wurden wir plötzlich offiziell von der Stadt geduldet und nicht mehr von der Polizei gejagt“, erzählt Markus. „Das zog viele Neulinge an und so mancher stürzte sich einfach kopflos in den Eisbach, ohne nach den Gefahren zu fragen. Da wurde dann schon der eine oder andere weggeschickt – mal mehr, mal weniger freundlich.“ Sogar Kelly Slater kennt die Geschichte vom „grumpy old local“, der mit richtigem Namen Walter Straßer heißt und früher den ein oder anderen Anfänger mit angedeuteten Kickboxübungen eingeschüchtert hat. Steffen verteidigt ihn: „Das unausgesprochene ‚Gentlemen‘s Agreement’, das wir mit der Stadt haben, wäre sofort beendet, wenn es einen Todesfall geben würde, und deshalb ist es richtig, etwas zu Leuten zu sagen, die noch nicht surfen können.“
Eisbach- Local Gerry Schlegel zeigt bei dieser Nightsession eindrucksvoll, warum er sich regelmäßig bei solchen Airs die Finnen abbricht. Foto: flohagena.de
Die Sorge ist berechtigt. Ein Aufschrei ging letzten Sommer durch die Münchner Surfszene, als die Abendzeitung titelte „Eisbach-Welle wird platt gemacht“ und die Verwaltung des Englischen Gartens, die offiziell für den Eisbach verantwortlich ist, damit drohte, die Surfer nicht mehr länger zu dulden. Auslöser waren tragische Unfälle, bei denen innerhalb weniger Monate drei Menschen im Eisbach ertrunken sind – allerdings nicht in der Welle, sondern etwa einen Kilometer weit davon entfernt. Schnell machten Gerüchte die Runde, dass die Stadt bereits erste Schritte eingeleitet hat, um die Welle bald zu beseitigen, und die Surfer arbeiteten fieberhaft daran, eine Lösung zu finden. „Es ist eine reine Haftungsfrage. Der Englische Garten möchte rechtlich einfach aus dem Schneider sein, falls einem Surfer etwas passiert“, so Petra Offermanns, die auf www.rettet-die-eisbachwelle.de eine digitale Unterschriftenliste für den Erhalt der Welle eingerichtet hat. Einen ersten Erfolg scheint die Unterschriftenaktion schon bewirkt zu haben: Im feinsten Bürokratendeutsch verkündete die Stadt München im März 2008: „Aus wasserrechtlicher Sicht besteht kein ausdrückliches Surfverbot“, Surfen ist in der städtischen Bade- und Bootverordnung nicht geregelt und könne „als zulässiger Gemeingebrauch eines Gewässers angesehen werden“. Dem Stadtrat soll bis 2009 eine eindeutige Regelung vorgelegt werden, die das Surfen im Eisbach weiterhin duldet.
Doch selbst, wenn das Undenkbare Realität werden sollte und der Eisbach der Bürokratie zum Opfer fällt, können die Münchner noch zwei bis drei Mal im Jahr eine heftige Welle surfen. Wenn es tagelang ausgiebig geregnet hat oder die Schneeschmelze die Isar anschwillen lasst, türmen sich bis zu 50 Meter breite, schulterhohe Wellen auf. Das Zeitfenster ist eng – schon zehn Zentimeter mehr oder weniger Wasser reichen aus, um aus einem perfekten Face eine hässliche Weißwasserwalze zu machen. Kaum ist der magische Punkt erreicht, melden sich etliche Surfer krank, parken im absoluten Halteverbot und stürzen sich ins Wasser. Das sieht zwar sehr verlockend aus, unterschätzen sollte man das Fluss-Surfen aber auf keinen Fall. „Wir haben uns erst einmal drei Jahre nicht getraut, dort zu surfen“, erzählt Markus, der vor etwas mehr als zehn Jahren als einer der Ersten bei Hochwasser surfte. „Da entstehen Strudel, die einen samt Surfbrett unter Wasser ziehen können.“

Links oben: Flo Kummer scheisst sich nix und lässt auch in Frankreich einen seiner typischen Aerials raus. | Unten: Gerry Schlegel in Skookumchuck. Der Jetski im Hintergrund hat ihn nicht nur in die Welle reingezogen, sondern ist auch seine Lebensversicherung. Nach einem Sturz muss der Bursche auf dem Jetski schnell sein und Gerry vor den tückischen Strudeln wieder einsammeln. Fotos: Björn Lob | Links: Stylemaster Mathias Ramoser. Hang-five beim Hochwasser an der Reichenbachbrücke. Foto: flohagena.de |
Aber auch mit dem Hochwassersurfen könnte es bald ganz vorbei sein. Der derzeitigen Renaturierung der Isar, bei der die Ufer verbreitert und mitten im Fluss ganze Inseln aus Kies aufgeschüttet werden, sind einige der Hochwasserwellen bereits zum Opfer gefallen. Ein Projekt wie Tube 6 könnte die Rettung bedeuten: Durch variable Einbaukörper soll in der Isar eine künstliche Welle entstehen, die sogar echte Tubes erzeugen kann. Leider fehlen bisher die nötigen Investoren, um dieses Vorhaben zu verwirklichen, aber die meisten Eisbach-Surfer unterstützen Markus Gruber, der Tube 6 ins Leben gerufen hat. „München ist trotz seiner Entfernung zum Meer als Surf-Mekka bekannt. Ein Grundgedanke von Tube 6 ist es, bisher ungenutzte wassersportliche Potentiale der Isar zu erschließen und dem Surfen in München einen legalen Raum zu geben“, erzählt Markus Gruber, während er in die Kamera blickt. Hinter der Linse steht Björn ‚Richie‘ Lob, ein junger Filmemacher, der seit zwei Jahren an seinem Dokumentarfilm über das Fluss- Surfen arbeitet. Für „Keep Surfing“, so der Arbeitstitel, der voraussichtlich im Sommer diesen Jahres Premiere in München hat, holte er die Locals vor die Kamera, stellte Kelly Slater auf Tahiti nach und verliert beinahe sein Leben, als er sich bei den Dreharbeiten eine mysteriöse Infektion einfängt.
Unvergesslich bleibt auch seine Begegnung mit Elijah Mack, der von Kopf bis Fuß tätowiert ist und ein bisschen so aussieht wie Jay Adams von den Z-Boys. Elijah ist im Surf-Mekka Kalifornien aufgewachsen, aber obwohl er sich bereits in Wellen wie Todos Santos oder Mavericks bewiesen hat, surft er heute nur noch selten im Meer. Stattdessen sucht er auf der ganzen Welt nach neuen Flusswellen. Im Sommer 2007 kommt er für die Dreharbeiten zu Björns Film nach München. „Er war so gestoked, endlich in der Geburtsstadt des Riversurfens zu sein. Ihm bedeutet dieser Sport wahnsinnig viel und er ist der Einzige, der schon auf der ganzen Welt Flusswellen gesurft ist – in Afrika, Kanada und den USA“, erzählt Björn. Über 120 sollen es gewesen sein. Elijahs Entdeckergeist beeindruckt bei seinem einwöchigen Aufenthalt am Eisbach. So sehr, dass einige seinem Beispiel folgen und nur wenige Wochen nach Elijahs Abreise in Richtung Frankreich aufbrechen. Dort, so haben sie gehört, soll es bei Hochwasser einige Wellen geben, die noch niemand gesurft ist. Neben Björn, der die Reise für seinen Dokumentarfilm begleitet, sind Gerry Schlegl, Florian Kummer und Andi Jobst, alles erfahrene Eisbach-Surfer, dabei. Nach zehn Stunden Fahrt werden sie fündig. „Die Wellen waren viel größer, als alles, was wir bisher bei Hochwasser in München gesurft sind“, erzählt Gerry. „Auch die Konsequenzen waren viel härter als alles bisher Erlebte. Werd‘ du einmal 30 Sekunden von einer Welle unter Wasser gehalten und sag‘ mir danach, dass du keine Angst hattest. Ich habe mich nur an meinem Brett festgehalten und gehofft, irgendwann wieder ausgespuckt zu werden.“
Insgesamt surfen die Münchner an diesem Wochenende vier neue Flusswellen und sie sind sich sicher, dass es noch mehr gute Wellen gibt. „Ich möchte auf jeden Fall noch einmal nach Frankreich fahren. Jeden zweiten Tag checke ich den Wasserstand und wenn es soweit ist, bin ich bereit“, sagt Gerry. „Neue, große Flusswellen zu surfen, bedeutet mir im Moment mehr als jede perfekte Welle im Meer.“ Und so reist der 27-jährige Student statt nach Spanien oder Marokko, im November 2007 lieber nach Kanada, um dort gemeinsam mit Elijah die Gezeitenwelle Skookumchuck, ein überkopfhohes Monster, zu surfen, das bereits einige Kajakfahrer das Leben gekostet hat. „Riversurfing ist die Zukunft“, sagt Elijah überzeugt. „Man muss nicht unbedingt am Meer leben, um zu surfen. Auf der ganzen Welt gibt es noch Millionen von Flusswellen – ich weiß nicht, wo sie sind, aber sie sind da und es lohnt sich, nach ihnen zu suchen.“ Der Meinung ist auch Gerry: „Vor kurzem habe ich ein Foto von einer Welle in der Schweiz gesehen, die sehr verlockend aussieht. Dann gibt es noch die so genannte Dolomite Wave in Österreich, den Zambezi River in Afrika und in der Nähe von Montreal...“
An dieser Stelle brechen wir die Geschichte ab, schließlich soll München noch eine Weile die Hauptstadt des Riversurfens bleiben.
Dieser Artikel erschien im BLUE Yearbook 2008, eine Ausgabe, die mittlerweile ausverkauft ist. Andere Yearbooks der vergangenen Jahre kannst du dir in unserem Shop allerdings noch bestellen. Zu unseren Yearbooks geht es hier.


