Travel-Tipp: Das erste World Surfing Reserve Europas | Ericeira

Travel-Tipp: Das erste World Surfing Reserve Europas | Ericeira

Ericeira – mittlerweile ist dieser melodische Name wohl so ziemlich allen Surfern ein Begriff. Sowohl denen, die nur ab und an von Wellen träumen, als auch denen, die gefühlt schon ihr Leben lang auf der Suche nach dem besten Swell sind. Kein Wunder, Ericeira in Portugal ist das erste und bisher einzige „World Surfing Reserve“ Europas. Ein wohlverdienter Titel, schließlich erwartet einen hier ein 15 km langer Küstenstreifen mit rund 20 Spots – wenn man nur die offiziellen zählt. Praktischerweise befindet sich diese charmante Küstengegend nur ein paar Stunden Luftlinie von deutschen Flughäfen entfernt. 

Wellen hat es hier schon immer gegeben, allerdings ist der Ruhm erst nach und nach dazu gekommen. Davon kann Frithjof Gauss ein Liedchen singen. Knapp 25 Jahre ist es her, seit der erste deutsche Longboardmeister und Buchautor von Portuguese Lines hier seine Surfschule „3 Ondas“ eröffnet hat. Damals glich der Norden Portugals eher dem wilden Westen, erinnert er sich. In der Gegend um Ericeira gab es nicht viel, weder Touristen noch Surfschulen, und die meisten erklärten ihn für verrückt, als er anfing, sein Projekt in die Tat umzusetzen.

Tatsächlich war es kein Zuckerschlecken, das Konzept einer Surfschule zu etablieren und Touristen von außerhalb anzulocken. Das urige Ambiente in Ericeira hatte es dem gebürtigen Sylter allerdings angetan. In den engen Gassen zwischen den traditionellen Fischerhäusern und den bunten Farbklecksen von Türen, Fenstern und Blumen, die sich von den weißen Fassaden abheben, herrscht eine Atmosphäre, die manche als „Retro“ oder „Vintage“ bezeichnen würden. Es scheint so, als ob die Zeit stehen geblieben sei. Zwar hat sich auch in Ericeira so einiges geändert und mittlerweile sind sehr viel mehr Touristen unterwegs als damals, aber das Flair des einladenden Fischerortes hat sich das Städtchen über die Jahre bewahrt.

Wer sich auf seinem Surftrip neben den Wellen auch für die lokale Kultur und andere Aktivitäten interessiert, ist in Ericeira genau richtig. Im Sommer gibt es regelmäßig Live-Musik, und es lohnt sich, ein paar Sätze auf Portugiesisch zu lernen, um mit den Locals in Kontakt zu treten. Allein mit einem freundlichen Bom día und Obrigado/a ist das Eis meist schon gebrochen und man kann wunderbare Menschen kennenlernen. Wer nach dem Surfen noch nicht müde ist, findet beeindruckende Naturparks wie den Sintra-Cascais oder Tapada Nacional de Mafra ganz in der Nähe, um wandern oder radfahren zu gehen. Und natürlich kommt man nicht drumherum, die portugiesischen Weine und die lokale Küche zu probieren. Vor allem nach einem langen Tag im Wasser ein verlockender Plan.

Für gewöhnlich sind die Surfgruppen von „3 Ondas“ die letzten, die den Strand verlassen. Meistens wird am Praia Matadouro gesurft, wo die Surfschule als eine der ältesten in Ericeira das Vorrecht bei der Auswahl der Lizenzen hatte. In der Hauptbucht dieses Traumstrandes gibt es je nach Gezeiten, Swell und Windrichtung acht bis zehn verschiedene Möglichkeiten zum Surfen.

Da ist für alle Niveaus etwas dabei und jeder bekommt, auch in Gruppenstunden, sein individuelles Feedback, woran dann am nächsten Tag gearbeitet wird. Das fängt bei der Theorie an, mit Fragen rund ums Thema, wie man sich im Meer bei Strömung und Ähnlichem zu verhalten hat, und führt über das Warm-up bis hin zur Praxis im Wasser. Egal, ob Pop-Ups im Whitewash oder Manöver in grünen Wellen: Spaß steht an erster Stelle.

Es wird getreu dem Motto „fröhlich, müde, hungrig“ gesurft, worauf Frithjof auch nach 25 Jahren noch großen Wert legt. Das kommt gut an, denn viele der Gäste kommen jedes Jahr, um mit dem Team aus lokalen und auch einigen deutschsprachigen Surflehrern die Atlantikwellen unsicher zu machen. Familien sind dabei genauso willkommen wie Solo-Traveller, und um die passende Unterkunft muss man sich auch nicht allein kümmern. 

Unter https://tresondas.de/ gibt es mehr Infos.